Landtagsabgeordnete Bächle-Scholz besucht IGS

Schule Vorbild für Inklusion in den Grenzen des Machbaren

Seit ca. 20 Jahren wird an der IGS Kelsterbach das gelebt, was derzeit überall im Land diskutiert wird die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz ließ sich, gemeinsam mit CDU-Mitgliedern aus Kelsterbach von der Schulleiterin Barbara Jühe und dem Kelsterbacher Schulreferenten Herrn Mittas über deren Erfahrungen mit der Thematik und über die Schule im Allgemeinen berichten.

60 Lehrer, 10 Betreuer, 1 Jobberater und 2,5 Sozialpädagogen. Alle würden gemeinsam wirken um den ca. 640 Schülern einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen und den bestmöglichen Schulabschluss für jeden Schüler/jede Schülerin zu ermöglichen, erläuterte Jühe. Dass diese Bemühungen Früchte tragen, zeige nicht zuletzt der 1. Preis im Wettbewerb „Starke Schule“ als eine Schule, die besonders gut aufs Berufsleben vorbereitet.

Um diesen hohen Standard gewährleisten zu können, werde die Schule als gebundene Ganztagsschule mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht und kostenlosen Nachhilfeangeboten bis 17:00 Uhr betrieben. Um den hohen Personalbedarf bei den Nachhilfeangeboten zu decken, würden durch die Stadt Kelsterbach zusätzliche Betreuungskräfte finanziert. Auch einige ehrenamtliche Helfer seien dabei. 

Besonderes Engagement zeige das Personal bei den behinderten undbeeinträchtigtenSchülern. Ziel sei es, diese soweit irgend möglich in den normalen Unterricht zu integrieren und sie durch gezielte Förderung mit den anderen Schülern gleichziehen zu lassen. Das Spektrum, das hierbei betreut werden muss, reicht von körperlichen Behinderungen, über Lernschwächen, Verhaltensstörungen bis hin zu Autismus.

Ausdrücklich wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass man sich bemühe, jeden beeinträchtigten Schüler zu integrieren, bei besonders schweren Fällen aber auch an die Grenzen des in einer Regelschule Machbaren stoße. Bestimmte Formen von Verhaltensauffälligkeiten und emotional-sozialen Beeinträchtigungen ließen eine dem Wohl des Kindes gerecht werdende Beschulung nur in einer Förderschule zu.

Zugleich würden auch sehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler durch das pädagogische Profil der Schule gefördert und gefordert Hierauf werde in der IGS Kelsterbach ebenfalls geachtet und es würden entsprechende Angebote eingerichtet. 

Mit dieser Vielfaltumzugehen, sei der Schule möglich, wegen ihrer jahrzehntelangen Erfahrung, der hohen Motivation der Lehrkräfte und der regelmäßigen Zuweisung von Landesmitteln für den ‚gemeinsamen Unterricht’ Unterricht (GU).

Dieses, so Jühe sei jedoch bedroht wenn Mittel von den GU Schulen abgezogen werden, weil dieser an anderer Stelle eingerichtet werden soll. Ihr Wunsch sei vielmehr, deutlich zu machen, dass gut funktionierende GU Standorte gesichert werden müssen. 

Die besonderen Vorzüge einer hochspezialisierten Förderung zum Wohle von Kindern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen seien jedoch bei einer flächendeckenden und alle Formen von Behinderungen unterschiedslos umfassenden Inklusion bedroht. Man war sich daher einig, dass die jetzigen Förderschulen bestehen bleiben müssen, da die Inklusion bei bestimmten Behinderungen an ihre pädagogischen Grenzen stößt.

Beim Rundgang durch das Gebäude konnten sich die Abgeordnete Bächle-Scholz und die anderen Gäste von dem guten Zustand der Anlage und dem durchdachten Konzept überzeugen. Insbesondere die Anbindung an die städtische Bibliothek sahen sie ausgesprochen positiv, könnten doch hierdurch Schüler an Bücher herangeführt werden, in deren Elternhaus Lesen nicht im Vordergrund stehe.

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